jm2c: Sons Of Apollo – in der Supergroup-Falle?

Sons-of-Apollo

 

Am morgigen Freitag erscheint das erste Album einer weiteren „Supergroup“ im Rock und Metal, „Psychotic Symphony“ von Sons Of Apollo.

Weder an der Band und ihrer hoch dotierten Besetzung noch am bisher hörbaren Material ist meiner Meinung nach irgendetwas verkehrt. Fans von Dream Theater (Portnoy, Sherinian), Mr. Big (Sheehan),  Talisman (Soto) und Guns´n Roses (Thal) dürften sich auf den ersten Longplayer dieses Haufens freuen – und als Anhänger der frühen DT und Ex-Bassist, für den Sheehan schon immer einer der Größten war, zähle ich mich dazu. So gesehen: Alles gut.

Was mich aber schon lange zwiebelt, das ist die Supergroup-Schwemme, der schon seit bald einer Dekade unsere Musikszene heimsucht. Ich schreibe bewusst „in unserer Szene“, weil mir auf Gedeih und Verderb keine andere Musikszene einfällt, in der dieser Trend so stark zu bemerken ist.

Woran liegt das? Warum gibt es z. B. im Schlager meines Wissens nach gar keine, im Rap (Wu-Tang), Rock (Traveling Wilburys) und Country (The Highwaymen) nur vereinzelt solche Konstellationen?

Hard Rock, Prog Rock (vor allem) und natürlich Metal verfügen über nicht nur große und weltweit aktive Szenen, die Fans dieser Musikrichtungen (und sogar Lebensstils) sind darüber hinaus auch äußerst loyal und geradezu fanatisch, wenn es um ihre Lieblingsbands und deren Mitglieder geht.

Welcher Popfan weiß schon, wer bei Pink das Keyboard bedient? Wie viele Country-Fans würden gar eine Kooperation zwischen Hank Williams Jr., Jello Biafra und David Vincent begrüßen?

Rock und Metal Fans sind neugierig im wahrsten Sinne des Wortes. Sie sind hungrig nach neuem Material ihrer Helden – und wenn dieses Material zu 50% den bekannten Sound und zu 50% neuen musikalischen Kontext bietet, dann sind sie zumeist zufrieden.

So gesehen ist das Format Supergroup eine Win-Win Situation für Fans und Musiker. Ich meine, hey: Was haben mich bisher die Herren Jeff Scott Soto und „Bumblefoot“ interessiert? Einen Scheiß. Jetzt find ich sie ziemlich dufte.

Und was ist es nun, was mich daran manchmal zwiebelt? Es ist die Glaubwürdigkeit. Dass es immer – IMMER! – auch um Geld geht, heften wir einfach mal als systemimmanent ab. Was man machen muss, ist einfach mal den Protagonisten zuhören. Wie kam die Band zusammen? Wie lief das mit dem Songwriting? Und vor allem: Welchen Stellenwert hat die neue Band, ist es ein Nebenprojekt oder die neue Hauptband?

Alle diese Punkte – und hier spanne ich den Bogen wieder zu Sons Of Apollo – kann man bei diesem Outfit getrost mit grünen Pluszeichen markieren. Die Band kam über diverse Zusammenarbeiten in der Vergangenheit zusammen und man startete die Band als Hauptprojekt inklusive Facebook-Seite, Website, Welttournee und dem ganzen Sums.

So gesehen liegt hier einer der seltenen Fälle vor, dass ich mich auf und über eine neue Supergroup freue. In diesem Sinne: Rock on!

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