Next big thing: TURNSTILE [ym2c]

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In zwei Tagen kommt „Time & Space“ raus, das neue Album von TURNSTILE und verdammt: Sind die GUT!

Wenn du auf Melodic Hardcore stehst und Bands wie FUGAZI oder QUICKSAND (die auch schon wieder an neuem Material schrauben) abfeierst, kennst du TURNSTILE sicher schon und die Headline „next big thing“ ist natürlich im Mainstream-Kontext zu sehen.

Insider feiern die schon länger, aber wenn dann auch so´n öller Metalhead bei einem Song wie „I don´t wanna be blind“ Pipi in die Augen bekommt, dann ist der Sprung auf die Mainstages der Rockarenen dieser Welt auch nicht mehr weit.

Denen wünsche ich allen Erfolg der Welt.

MACHINE HEAD – Carthasis [3/15tel review]

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Ich kann MACHINE HEAD einfach nicht mehr ertragen. Warum versuche ich immer wieder, dieser Band etwas abzugewinnen? Warum quäle ich mich mit diesem Mist so?

Das hat zwei Gründe. Erstens mag ich Robb Flynn als Mensch sehr gerne. In Interviews wie z. B. in Jastas Podcast kommt er immer cool, offen und interessant rüber. Und auch generell ist seine Attitüde drei Daumen hoch, man denke nur an sein Statement zu der Anselmo-Rassismus-Weisswein-Affäre. 

Zweitens ist das Debüt der Band ganz zu Recht ein Klassiker. „Wie Pantera, wenn sie gute Songs schreiben würden“ schrieb damals irgendein Journalist und da war schon was dran. Alles danach… nun ja.

Das alles hilft aber nix. Ich quäle mich seit Jahren durch jeden neuen Release und zumeist schaffe ich es auch bis zum letzten Song. Bei „Carthasis“ habe ich jetzt aufgegeben – drei Songs und ich musste echt aus machen.

So einen zusammengekloppten, uninspirierten und bei anderen Bands zusammengeborgten Mist habe sogar ich nicht erwartet. Der Opener „Volatile“ ist sogar ein recht guter Einstieg in ein Album – das Ding ist aber dermaßen krass bei Slipknot geklaut, dass ich echt sprachlos bin. Machine Knot? Slip Head? Was ist das denn?

Dann kommt der Titeltrack und der ist dann ganz, ganz schlimm. Ein Song wie ein Panini-Album, einfach ein paar Riffs und Songideen zusammengepappt, fertig. Unfassbar, dass diese erfahrene Band mit derart kompetenten Musikern so eine Katastrophe abliefert. Und auch hier fallen einem diverse Millennial-Metal-Acts ein, bei denen sich die Herren fröhlich bedient haben.

„Beyond The Pale“ ist dann insgesamt ein okayer MH-Song mit einem feinen Refrain, aber trotzdem… es geht einfach nicht, ich bin raus.

Normalerweise würde ich euch damit nicht behelligen, ich schreibe extrem ungern Verrisse und auch generell ist dies KEIN Rezensionen-Blog, das möchte ich nur ab und zu machen und auch nur dann, wenn mich etwas begeistert.

Aber aus oben genannten Gründen musste ich einfach mal Dampf ablassen. Die letzte Slayer (die ja wohl auch tatsächlich die LETZTE sein wird) und dieses Teil hier, das sind beides Werke, die eigentlich nicht schlecht sein SOLLTEN – es aber leider meiner Meinung nach trotzdem sind.

Und das wird man ja wohl noch sagen dürfen… 🙂

PS: Auch wenn meine Meinung – wie jede andere auch – nicht unbedingt Bestätigung braucht, der Angry Metal Guy ist sogar großer MH Fan und schlägt in eine ganz ähnliche Kerbe. Und der hat das Album sogar durchgehört.

Mark E. Smith (THE FALL) ✝ 2018

VARIOUS

„Denn von allen Gedanken,
schätz ich doch am meisten
die Interessanten“
Die Sterne

Ich liebe die Quertreiber, die Ungewöhnlichen, die Eigensinnigen, die Ihr-Ding-Druchzieher. Auch und vor allem, wenn sie kein Metal sind. Ich höre deren Musik vielleicht zwei mal in zwölf Jahren, aber immer dann nicke ich zufrieden und denke mir: „Ganz genau.“ MERZBOW ist so einer, Bowie ebenfalls und Mark E. Smith sowieso.

THE FALL war eine sperrige Band. Die Musik war eigentlich ganz zugänglich, hat auf diese typisch britische Art geswingt und zuweilen sogar fast krautrockig. Aber dann dieser Mark E. Smith mit seinem kruden, zynischen fast Sprechgesang – das war einfach zu obskur für heavy rotation auf MTV oder die große Weltkarriere inklusive Rock am Ring.

Nun ist Mark E. Smith mit 60 Jahren gestorben. Hat tip to you, mate.

Chance vertan: MORBID ANGEL – Kingdoms Disdained [review]

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Mit viel Vorfreude, angefeuert durch den vorab veröffentlichten Song „Piles Of Little Arms“, habe ich dem Release von „Kingdoms Disdained“ entgegengesehen. Und ich muss sagen, dass ich etwas enttäuscht bin.

Mir reicht es nicht, dass MORBID ANGEL „jetzt endlich wieder Death Metal macht“. Dass dieser Release um Lichtjahre besser ist als „Illud“ versteht sich von selbst, das ist aber auch keine Kunst. Eine Kunst wäre es gewesen, jetzt eine Scheibe rauszuhauen, die nicht nur geil klingt, sondern auch geiles Songmaterial hat. Nur genau da versagt „Kingdoms“ auf weiten Strecken.

Ich weiß echt nicht, warum so viele Künstler nach Jahrzehnten im Business es schlichtweg zu verlernen scheinen, gute Songs zu schreiben. Was spricht gegen Refrains? Was verdammt noch mal ist falsch daran, den Fans was zum Mitgrölen zu liefern? Diese zumeist ziellose Rumgeriffe der Saiteninstrumente, dieses langweilige und ermüdend undynamische Death-Metal-Gebrummel von Steve Tucker – das ergibt nur in wenigen Fällen wirklich gute Songs.

Und so plätschert diese wirklich gute Rutan-Produktion (erstes Highlight) mit einem sehr gut aufgelegten Scott Fuller an den Drums (zweites Highlight) an mir vorbei, ohne mich wirklich zu überzeugen. Ja, es klingt alles unverkennbar nach MORBID ANGEL. Ja, Trey kann Riffs – aber muss dieser Release so klingen, als würde Trey seine Lieblings-Riffs aneinanderklöppeln und Steve liest dazu das Telefonbuch der Hölle vor?

Ich bin enttäuscht und stehe dazu. Da wäre mehr drin gewesen, wenn man keine „Tracks“ geschrieben hätte sondern „Songs“… SONGS, Leute!

SONS OF APOLLO – Psychotic Symphony [review]

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Nun ist es also da, das Debutalbum der nächsten „echten Fulltime-Band“ von Mike Portnoy, Billy Sheehan, Derek Sherinian, Jeff Scott Soto und Ron „Bumblefoot“ Thal. Über den Sinn und Unsinn solche Supergroups habe ich mich ja bereits hier ausgelassen, es sollte also klar sein, dass cih nicht zwingend sofort ein feuchtes Höschen bekomme, wenn irgendwelche Megastars plötzlich gemeinsame Sache machen.

Entsprechend fliesst bei mir auch in die Bewertung eines solchen Albums ein, was es alles NICHT ist. Und damit fange ich einfach mal an.

Psychotic Symphony ist ein Band-Album, kein Soloalbum von 5 Musikern
Natürlich klingt die jeweilige Herkunft der Beteiligten teilweise immer mal durch, aber das Album wirkt eben nicht wie zusammengeklebt oder ein ständiges Selbstreferenzieren. Das liegt vielleicht daran, dass gerade die Instrumentfraktion durch die Bank neue Wege geht:

  • Portnoy bedient ein absolut überschaubares Kit und legt sein Spiel durchaus straight an.
  • Sherinian überrascht mit teilweise opulenten Orchestral-Passagen – auch etwas, mit dem er sich in der Vergangenheit nicht gerade einen Namen gemacht hat.
  • Sheehans Bass ist rau, aggressiv und zuweilen over the top, da ihm Thal wiederum dazu genügend Raum lässt.
  • Dieser ist nämlich – wie zu erwarten war – absolut kein Petrucci an der Axt, sondern ein grundsolider Rockgitarrist, der zuweilen sogar etwas überfordert wirkt, gerade in den zumeist etwas uninspirierten Solos. Das geht im Gesamtbild aber absolut okay, denn…

… Sons Of Apollo will eher wie eine proggige Rockband wirken als eine rockige Prog-Band. Die Songs stehen im Vordergrund, nicht der individuelle Hochleistungssport – und das schließt den Kreis zur Überschrift: Das ist ein Band-Album, und das ist auch gut so.

Psychotic Symphony wirkt nicht wie ein Debüt, sondern wie das 3. oder 4. Album
Dass man aus dem Stand in der Lage ist, so tight und souverän auf den Markt zu gehen, ist wirklich erstaunlich und letztendlich der Professionalität aller Beteiligten geschuldet. Nur: Profis sind die ganzen Flying Colors, OSIs und Transatlantics dieser Welt auch, trotzdem ist es dort meiner Meinung nach nicht gelungen, in kurzer Zeit eine derart gut funktionierende Band-Marke an den Start zu bringen. Hut ab.

Psychotic Symphony ist nicht perfekt und bietet noch Luft nach oben
Diese Luft ergibt sich für mich aus den zwei größten Kritikpunkten, die ich an der ganzen Konstellation habe: Die schon erwähnte leicht uninspirierte und limitierte Gitarrenarbeit von „Bumblefoot“ und der Gesang von Jeff Scott Soto.

Bei letzterem habe ich während aller drei Durchläufe des Albums überlegt, ob ich ihn – natürlich absolut subjektiv – für eine Fehlbesetzung halte, und muss das letztendlich mit „Nein“ beantworten. Ich hätte mir insgesamt für SoA einen „moderneren“, will heißen vielseitigeren Sänger gewünscht – Matt Heafy (Trivium), Jesse Leach oder Howard Jones (beide Killswitch Engage) wären da so Namen, die mir einfallen. Mit Soto setzt man aber insgesamt auf einen eher konservativen Rocksänger und wie gesagt: Das ist absolut okay und nicht verkehrt (vor allem in Hinblick auf Radio Airplay), verortet die Band aber gerade für jüngere Zielgruppen eher im Hier und Jetzt bzw. sogar in der Vergangenheit, als dass es eine Vision in die Zukunft wäre.

Mich wundert das ein wenig, vor allem, wenn man z. B. Portnoy kennt, seine Liebe für Muse und seine persönliche Fehde mit „klassischen Rocksängern“ wie James LaBrie. Aber gut, sicher wollte man das Schiff in gewisser Weise auch in Bezug auf den Gesang ein Stück weit in ruhigen Gewässern fahren lassen und da ist Soto eine gute Wahl.

Psychotic Symphony – was es ist
Ein kurzweiliges, komplettes, kompetentes Album einer starken Band.

Es ist ambitioniert, aber nicht ÜBERambitioniert wie vor allem der letzte Output von Dream Theater (sprecht mich bitte nicht auf „The Astonishing“ an, da bekomme ich heute noch Schreikrämpfe).

Es ist ein Album, das Spaß macht, rockt, überrascht und manchmal einfach nur mit deinen Erwartungen spielt.

Es ist ein überzeugendes Album, bei ich am Ende jedes mal sage: Weiter so, eigentlich alles richtig gemacht.

„Seconds Out“ von GENESIS wird 40

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Es ist für mich das beste GENESIS-Album, das beste Live-Album aller Zeiten mit dem besten Live-Album-Cover aller Zeiten und eines der wichtigsten Alben in meiner eigenen musikalischen Biographie: „Seconds Out“ von GENESIS. Dieses Meisterwerk kam am 20. Oktober 1977 auf den Markt und stellte einen der vielen Wendepunkte in der Karriere dieser Band dar.

Entdeckt habe ich das Album erst um 1980 herum. Ein Nachbar in meiner damaligen Heimat Kassel, der Bruder eines Mädchens für das ich heimlich ziemlich geschwärmt habe, lieh mir das Album aus und ich habe es glaube ich fast 6 Monate nicht mehr hergegeben.

Diese unglaubliche Musik, die GENESIS damals gemacht hat – „Invisible Touch“ und das ganze Zeugs, das danach kam, ist nur noch ein grauer Schatten dessen. Dieser kühle Einstieg mit „Squonk“, danach gleich mit „Carpet Crawlers“ und – über die Uptempo-Nummer „Robbery, Assault and Battery“ hinweg – „Afterglow“ und „Firth of Fifth“ gleich drei Gänsehaut-Monster in einer Reihe (natürlich damals über Schallplattenseiten verteilt).

Dann kommt der erste dynamische Höhepunkt: Mit der Closing Section von „The Musical Box“ kam die Band damals Bedenken der Fans entgegen, Collins wäre nicht in der Lage, die völlig psychopathische Performance von Peter Gabriel („Why don´t you touch me, touch me, touch me now! Now! Now!“) auf die Kette zu bekommen. Die Fans in Paris schienen wohl zufrieden zu sein, der abschließende Jubel ist frenetisch.

Seite 3 der Vinyl-Version gehört dann komplett dem Magnus Opus „Supper´s Ready“ (über das alleine man ein ganzes Buch schreiben könnte) und eigentlich kann danach nichts mehr kommen, Seite 4 rundet dann aber doch mit dem flüssigen Tripple „Cinema Show“, „Dance On A Vulcano“ und das immer perfekte „Los Endos“ eine – wie gesagt – absolutes Live-Überwerk ab.

Bis heute messe ich jede Live-Platte – egal welchen Genres – an „Seconds Out“. Die Produktion der Platte klar, ohne kalt und seelenlos zu sein. Jedes Instrument hat unglaublich viel Raum, der Progrock der frühen Jahre spielt gerade hier seine größten Stärken aus: Kreativität, Verspieltheit und vor allem Dynamik.

Genug geschrieben. Hören wir zur Feier des Tages heute einfach mal wieder „Seconds Out“.

EXIT EDEN – A Question of Time (Depeche Mode cover) [track]

 

Man ist ja als Blogger auch Chronist irgendwie. Und manchmal muss man auch seinem Entsetzen Ausdruck verleihen – wie in diesem Falle.

Dass dieses giftige Gebräu von einem Finanzberater der lokalen Bankfiliale und nicht von einem wirklich kreativen Musiker ausgedacht wurde, liegt auf der Hand. Das hat nichts mit dem Talent der singenden noch der Instrumente bedienenden Zunft zu tun (das ist alles recht kompetent gemacht), es ist das ganze Œuvre.

Geschmeidiger Gesang, Oma-Erna-kompatibles Gitarren-Grundrauschen und eine Playlist aus der Pop-Hölle:

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Quelle: Blabbermouth

Ich bin raus und bookmarke das hier einfach mal für meinen ausstehenden Mega-Rant zur aktuellen Lage der Metal-Nation.